Fachkräftemangel - So wird Ihr Unternehmen zum Magnet für potenzielle Mitarbeiter

Fachkräftemangel

Wie Ihr Unternehmen zum Magnet für potenzielle Mitarbeiter wird!

Headhunter haben derzeit Hochkunjunktur; Employer Branding geistert als Schlagwort durch die Unternehmen; Firmen werben für sich als Arbeitgeber auf Jobmessen; junge Bewerber fordern ein: Betriebskita, Freizeitmöglichkeiten on the job, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben; die Frage lautet nicht mehr „Was kann ich Ihnen bieten?“, sondern „Was bietet ihr mir?“ („...,damit ich für euch arbeite?“).

 

 

Verkehrte Welt? Neues Zeitalter? Die Stagnation der demographischen Entwicklung? Auch ein stringent durchdachtes Zuwanderungskonzept fehlt hierzulande seit Jahrzehnten. Oder ist es einfach nur ein Wandel in den Köpfen von Unternehmern, Bewerbern und Mitarbeitern?

Einige Unternehmen jedenfalls reagieren mit firmeneigenen Fitnessstudios und Personal Trainern, Hypnosekursen zur Raucherentwöhnung, gratis Obst, Müsli und Getränken, Notfall-Babysitter-Service, kostenlosen Sprach- oder Yogakursen, Kicker im Aufenthaltsraum, außergewöhnlichen Team-Events etc. Alles „all inclusive“ á la Robinson Club.

Und manche Unternehmen gehen einen ganz anderen Weg: Belegschaftsaktien, Gewinnbeteiligung, Vererbung des Unternehmens an die Mitarbeiter.

Fakt ist - der Fachkräftemangel hat gerade erst begonnen. Qualifizierte Arbeitskräfte werden weniger, die Zahl der offenen Stellen übersteigt die der potenziellen Bewerber oft um ein vielfaches. Besonders schwer haben es Arbeitgeber in ländlichen Regionen: Siegen contra Shanghai, Walldorf gegen Washington. Und manch ein Institut sieht schon die wirtschaftliche Entwicklung sowie Wachstum und Wohlstand in Deutschland durch fehlende Ingenieure, IT-Spezialisten und andere hoch qualifizierte Arbeitskräfte bedroht. Schon 2030 sollen ca. 6 Millionen davon fehlen.

Unsere soziale Marktwirtschaft beruht nun mal auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Und wenn sich diese Realität, das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften, aller Voraussicht nach nur wenig ändern wird, dann wird der Konkurrenzkampf um die besten Köpfe eben härter. Logisch!

Doch wie können Unternehmen am besten auf diese Situation reagieren? Welche anderen Alternativen zum „Robinson-Club“ oder zur kommunitären Gemeinschaft gibt es, um Mitarbeiter nachhaltig ans Unternehmen zu binden?

Der Schlüssel hierfür liegt unserer Meinung nach in der Stärkung der bereits vorhandenen inneren Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen. Sicherlich ist ein angenehmes Arbeitsumfeld vorteilhaft. Und hierzu kann natürlich auch der Kicker im Aufenthaltsraum gehören. Menschen bringen definitiv bessere Leistungen, wenn sie ihre Aufgaben mit Spaß und Freude erledigen. Doch äußere oder pekuniäre Anreize alleine reichen nicht aus, um die Verbundenheit aller Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu steigern.

Hierfür ist vielmehr ein „Spirit“ notwendig. Eine Ausstrahlung, die man spürt, sobald man eine Firma betritt und die potenzielle Mitarbeiter magisch anzieht. Google und Apple strahlen das für viele aus. Vielleicht auch Audi oder global agierende Beratungsunternehmen. Unternehmen, für die zu arbeiten scheinbar „sexy“ ist!

Und wie erreichen wir eine derart gelebte Kultur? Wie können wir dafür sorgen, dass Werte nicht nur in Form eines Leitbildes an der Wand hängen, sondern so von allen gelebt werden, dass Menschen einfach gar nicht anders können, als bei uns arbeiten zu wollen?

Sicher, gute Kommunikation ist hierfür das A und O. Und damit meine ich nicht nur erfolgreiches Marketing oder Employer Branding. Strategische Investitionen in die Unternehmensmarke und gesellschaftliche Positionierungen wie Investitionen in den örtlichen Fußball-Club sind von Vorteil. Und sehr viel entscheidender ist aus unserer Sicht die Kommunikation nach innen. Das beginnt beim Unternehmer, der seine Vision begeistert vermittelt und andere entflammen kann. Werte müssen greifbar, nachvollziehbar, konkret gemacht werden und konsequent vorgelebt, in jedem Moment respektiert und eingefordert werden. Und Strukturen und Verantwortlichkeiten müssen eindeutig definiert werden. Kurz, es muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass alle wissen, wo’s langgeht.

Ein Leitbild zum Leben zu erwecken ist keine einfache Aufgabe. Sie bedarf tagtäglicher Pflege und Bewusstheit, vor allem auch über die oftmals als selbstverständlich oder vernachlässigbar betrachteten Details hinsichtlich Kommunikation, Umgang und Verhalten. Unser Tipp: Beachten Sie die folgenden Empfehlungen, um im Alltag Strategie, Werte und Verantwortung erlebbar zu machen:

  • Vermeiden Sie, dass Strategien und Ziele im Vorstands-Nirvana verpuffen...
  • Brechen Sie strategische Ziele für alle verständlich herunter!
  • Sorgen Sie dafür, dass diese auf allen Ebenen konkret (smart) vermittelt werden!
  • Leben Sie die definierten und/oder unausgesprochenen Werte zu jedem Moment...
  • Seien Sie hierin Vorbild! Walk your talk! You go first!
  • Schaffen Sie innerhalb Ihrer Organisation Transparenz und Verlässlichkeit!
  • Fordern Sie ständig ein, dass die Werte von allen – wortwörtlich – gelebt werden!
  • Definieren Sie Strukturen und Prozesse!
  • Legen Sie Verantwortlichkeiten und Kompetenzen konkret fest!
  • Installieren Sie im Unternehmen ein System kontinuierlichen Lernens und persönlicher Weiterentwicklung, das für alle gleichermaßen gilt und nicht der Freiwilligkeit unterliegt

Eine werteorientierte und pragmatische Kultur, erlebbar und zum „Anfassen“ ist unserer Meinung nach die beste Versicherung gegen möglichen zukünftigen Arbeitskräftemangel, Standort-Nachteile oder weitere Wechselfälle im Wirtschaftsleben. Investieren Sie hierin, tagtäglich und konsequent. Und fangen Sie vor allem bei sich selbst an! Konfrontieren Sie deswegen Ihren eigenen inneren Schweinehund ohne Kompromisse...