Unsere Mitarbeiter: Menschen oder Betriebsinventar?

Was ist eigentlich bei vielen Managern die landläufige Meinung über ihr Verhältnis zu ihren Mitarbeitern? Es herrscht die Vorstellung, dass zwischen dem (Mit-)Arbeiter und dem Menschen zu trennen sei. Im beruflichen Kontext müsse man doch miteinander zurecht kommen, ohne sich zu mögen. Schließlich sei man ja nicht zum Vergnügen im Büro. Die Führungskraft habe für Ziele, effizientes Arbeiten und Effektivität zu sorgen. Der Mitarbeiter habe einen guten Job zu machen. Eine Arbeitsbeziehung eben.

Was sich nur wenige Manager bewusst machen, sind die Konsequenzen dieser Trennung zwischen Mensch und (Mit-)Arbeiter: Kolleginnen und Kollegen fühlen sich schnell als bloßes Humankapital. Nicht mehr der Mensch an sich, seine Persönlichkeit und Kreativität scheinen im Vordergrund zu stehen, sondern seine Verfügbarkeit während und vor allem außerhalb der regulären Arbeitszeiten. Wer von uns kennt es nicht, wenn der eigene Chef nachts um zwei E-Mails versendet? Oder wenn am Wochenende das Handy klingelt, nach dem Motto „Kannst du nicht mal eben?“ Wer von uns hat zuletzt wirklich eine Woche ungestörten Urlaub mit der Familie verbringen können?

Wie lange lassen sich solche Forderungen ohne echtes Interesse am Menschen auf Dauer aushalten? Das rasante Ansteigen der Burn-Out-Fälle unter Deutschlands Arbeits- und Führungskräften in den vergangenen zwei Jahren spricht sicherlich Bände...

Was ist die Lösung hierfür? Wenn Sie sich selbst fragen, wie Sie von Ihrem direkten Manager behandelt werden möchten, dann ruft es sicherlich in Ihnen: Ich wünsche mir ehrliches und aufrichtiges Interesse, Sympathie und einen offenen Dialog, freimütiges Feedback auch und gerade in kritischen Situationen, partnerschaftliches Sparring, eine klare Kommunikation von Zielen mit den dahinterliegenden Antriebsfedern, Anerkennung und eine faire und wechselseitige Handhabung von Arbeitszeiten und Erreichbarkeiten.

Und was werden Sie ab sofort dafür tun, um Ihren Mitarbeiter zu zeigen, dass Sie sie als Menschen und nicht als „Humankapital“ sehen?